50 Kilometer durchbeißen

Rainer Leyendecker holt Titel bei Deutscher Meisterschaft in Marburg

3:34:24 Stunden. Die neue Bestzeit von Rainer Leyendecker. Mit dieser Leistung hat der 54-Jährige vom RSLC Holzkirchen den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse M55 gewonnen. Zum ersten Mal. Nicht über die Marathondistanz, nein, über 50 Kilometer Straßenlauf.Urkunde 50 km Marburg RL Meister M55_2

Bei der Deutschen Meisterschaft im Ultramarathon in Marburg waren von den knapp 200 Teilnehmern, darunter zahlreiche Profis, fünf Runden in den Talauen der Lahn zurückzulegen. Die asphaltierte Strecke wies einige kleinere Steigungen und enge Kurven auf. Das Profil kam Rainer sogar entgegen, denn der RSLCler hat sich durch viele Ultra-Bergläufe in der vergangenen Saison eine spezielle Kondition antrainiert. "Da war ich gegenüber den Flachläufern im Vorteil", sagt er.

Am Ende wies Rainer einen Schnitt von 14,0 Kilometern pro Stunde auf. Das war umso erstaunlicher, da der Wind und damit vor allem der Gegenwind zunahm. "Da muß man sich eben durchbeißen." Auf der Hälfte der Runde habe man ja automatisch Rückenwind. Und alle zehn Kilometer sah er im Start-Ziel-Bereich auch seine Frau Marlyn wieder, die ihm an den Verpflegungsstellen die Flaschen mit den isotonischen Getränken reichte. Alle paar Kilometer gab's darüber hinaus Traubenzucker und Gels - mehr nicht. Schließlich verbesserte Rainer seine Bestleistung um drei Minuten. "Das war so nicht zu erwarten", stellte er erfreut fest. Und danach hatte er nicht einmal Muskelkater. "Das nicht, aber die Arme und die Ellenbogen haben weh getan, die sind das ja nicht gewohnt."
Sieger wurde Peter Seifert vom LSV Lok Arnstadt in 2:52:14 Stunden.

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Ablenken musste sich der Ultraläufer, der als Touristik-Fachkraft bei Hauser Exkursionen angestellt ist, eigentlich kaum während der 50 Kilometer. "Und wenn", sagt Rainer, "dann hab' ich an den nächsten Lauf gedacht." der ist am Wochenende in Nürnberg, ein Sechs-Stunden-Lauf. Viel Trainieren kann er bis dahin nicht. "Aber ich geh' nachher noch ein wenig joggen, so für zwei Stunden, um die Form zu halten".

Quelle: Holzkirchner Merkur, 09. März 2011

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