24-Std.-Lauf im Münchner Olympiapark - Rainer Leyendeckers 193,91 Kilometer

Premiere des 24-Std.-Laufes im Münchner Olympiapark am 1./2. Juni - Rundensammeln für den RSLC Holzkirchen! 

Vierundzwanzig Stunden pausenlos laufen - läuft das überhaupt? Zunächst gilt der antike Gedanke "Dabei sein ist alles!"
37 Herren und 5 Damen wollen laufend dabei sein bei der Premiere des 24-Stunden-Laufs im Olympiapark.  
Der Startschuss fiel am Mittwoch, 1. Juni um 20 Uhr.
Es regnete und das die ganze Nacht über bis Donnerstag-Morgen. Dazu war es um die 10 Grad kalt und der Nebel verhüllte sogar den Olympiaturm.

Rainer Leyendecker mit der Startnummer 2 ging auch sein bisher längstes Rennen wieder zügig an und baute seine Führung mit jeder Stunde mehr aus. Bis 2 Uhr morgens überrundete er bis auf einen Läufer (den späteren Sieger Rainer Wollscheid mit 200,46 km) alle ein- bis mehrmals. Um 8 Uhr morgens lag er klar in Führung, mußte jedoch durchnäßt eine längere Pause einlegen, um sich etwas aufzuwärmen.

Ab 11.15 Uhr begann er wieder zu laufen, war allerdings auf Platz 8 zurückgefallen. Seine weiteren Ziele 131 km (so weit lief er noch nie in einem Wettbewerb), dann die 100 Meilen (ca. 161 km) schaffte er, holte Platz für Platz durch Überrundungen auf und lief trotz über 3 Stunden Pause als sicherer Zweiter mit 193,91 km im Ziel ein.
Insgesamt war er fast 21 Stunden laufend auf den Beinen gewesen.

Irgendwie unglaublich! 

Sein Originalbericht ...

 

Vierundzwanzig Stunden pausenlos laufen - läuft das überhaupt ? Theoretisch ja, praktisch kaum! Zunächst gilt der antike olympische Gedanke „Dabei sein ist alles !“ – und das an historischer Stätte im Olympiapark – dem Ort der Sommerspiele 1972 !

37 Herren und 5 Damen wollen laufend dabei sein bei der Premiere des 24-Std. Laufes im Olympiapark. Mit dabei für den Radsport-Laufclub Holzkirchen ist der Ultraläufer Rainer Leyendecker (geb. 1956), der diesen Lauf als Ausdauertest für weitere lange Ultras im Sommer ins Visier nimmt. Für die 22 Staffeln aus vier, acht und zwölf bzw. mehr Laufenden scheint der Test einfacher als für die in der Kategorie „Heroes“ startenden Solisten.

Wer als Einzelläufer oder Team-Staffel innerhalb von 24 Stunden die meisten amtlich vermessenen 3,084 km langen Runden im Park schafft, gewinnt – so einfach sind die Regularien. Am Ende zählen alle vollständig absolvierten Runden plus die bis zum Schlusssignal gelaufenen Restmeter. Die Strecke führt vom Coubertin-Platz gegen den Uhrzeigersinn um den Olympiasee herum am SeaLife vorbei, dann durch die BMW Welt und weiter zum Start mit der Messmatte, die jede Runde registriert. Zu den Highlights des Laufes zählt, dass die BMW Welt auch die ganze Nacht durch ihre Tore für die Läufer öffnet.  

Der Startschuss fällt am Mittwoch, 1. Juni um 20 Uhr. Es regnet und das die ganze Nacht über bis Donnerstag-Morgen. Dazu ist es um 10 Grad kalt und der Nebel verhüllt sogar den Olympiaturm. Bis nach der Morgendämmerung kämpfen vor allem die Heroes schwer mit den widrigen Witterungsbedingungen; nur die Staffeln haben es einfach: eine/r läuft in der Nässe und Kälte, die anderen pausieren, schlafen, trocknen sich und wärmen sich auf.

Am Startplatz steht der Verpflegungsstand mit Getränken und Snacks und sind zwei Plasma-Bildschirme aufgestellt; auf diesen können die Läufer, aber auch Interessierte zuhause am PC online die Zwischenergebnisse und Rundenprotokolle einsehen. Sowohl in der BMW Welt als auch im Startbereich sind die beiden erfahrenen Sport-Moderatoren Peter Maisenbacher und Roland Balzer fast rund um die Uhr am Kommentieren und Interviewen. Ein sehr informativer und unterhaltsamer Service !  

Rainer Leyendecker mit der Startnummer 2 geht auch sein bisher längstes Rennen wieder zügig an und baut seine Führung mit jeder Stunde mehr aus. Bis 2 Uhr morgens überrundet er bis auf einen Läufer (den späteren Sieger Rainer Wollscheid, 1965) alle ein- bis mehrmals. Bei Tageslicht schließt der Himmel endlich seine Pforten, aber Nässe und Kälte bleiben. Rainer gelingt es, wenigstens 12 Stunden pausenlos durchzulaufen, trotz zunehmender Wehwehchen. Noch klar in Führung liegend mit 118 km meldet er sich um 8 Uhr morgens ab zum Aufgeben oder mindestens für eine längere Pause: Endlich heraus aus den nassen Schuhen und der Laufkleidung, warme Sachen anziehen und sich ins Zelt in den Schlafsack verkriechen, den die Nacht über seine ihn betreuende Ehefrau Marlyn benutzte.

Kurz vor 11 Uhr steht Rainer auf, um den Start seiner Lauffreunde zum 6-Std. Lauf mitzuerleben, aber Marlyn, die zwei Moderatoren und einige Freunde ermutigen ihn, doch wieder auf die Strecke zu gehen und noch einige Runden zu laufen. So zieht er sich um und dreht ab 11.15 Uhr wieder seine Runden - inzwischen nach 3 1/4 Std. Pause auf Platz 8 zurück gefallen. Seine weiteren Ziele sind überschaubar: Zunächst nur Durchhalten bis 131 km (so weit lief er noch nie in einem Bewerb), dann die magischen100 Meilen, also 161 km, passieren – und als er wieder die schnellsten Runden aller Läufer drehen kann, reift das ferne Ziel: "Nun laufe ich pausenlos durch bis zum Schluss-Signal."  

Rainer holt durch Überrundungen Platz für Platz auf, aber leider müssen nach 19 Stunden zwei erfahrene Mitfavoriten vor ihm (Dietmar Mücke und Günter Marhold) wegen Verletzungen aufgeben - und so ist bald nur noch Rainer Wollscheid als späterer Sieger mit gut 4 Runden Vorsprung vor ihm. Obwohl auch dieser aufhören will, ermutigen ihn Rainer und andere Mitläufer zum Durchhalten und Weiterlaufen, denn zu Ehren seines 46. Geburtstages am 2. Juni soll er den Sieg verdient haben. So knackt er auch als einziger die 200 km Schwelle (200,46 km) bei dieser Premiere im Olympiapark.

Rainer läuft trotz oder gerade wegen über 3 Stunden Pause als sicherer Zweiter mit 193,91 km im Ziel ein. Wer hätte das gedacht, dass die Startnummer 2 auch Zweiter wird ! Als Dritter kommt Reinhold Lamp (1961) mit 185,81 km auf das Siegerpodest und als beste Dame und Achte im Gesamtfeld jubelt Carmen Hamm (geb. 1966) mit grandiosen 165,46 km. Für jeden Einzelläufer ist über die Ergebnisliste im Web auch das persönliche Rundenprotokoll abrufbar.  

Unter den Staffeln schafft das beste Viererteam mit 80 Runden 246 km, das beste Achterteam mit 119 Runden 367 km und das beste Zwölferteam mit 102 Runden 314 km. Beim 6-Std. Lauf siegt der Japaner Hirofumi Oka mit 74 km vor Bruno Leroy und dem Inder Vinodkumar Shrinavas.

Die meisten Heroes und Teams wollen auch kommendes Jahr wieder dabei sein. Nach dieser tollen Premiere ist mit noch mehr Zuspruch durch Einzelläufer/innen und Teams zu rechnen. Die Organisatoren, Ehepaar Betzmann von SOG Events, welche z.B. auch das bekannte 24 Std. MTB Rennen im Olympiapark anbieten, freuen sich mit uns Läufern auf eine Neuauflage des 24.Std. Laufes am 6./7. Juni 2012 !  

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