Testläufe vor der WM 2012


Für den Spätherbst stehen noch drei wichtige und schwere Ultra-Wettkämpfe auf meiner "To-do-Liste" von Rainer Leyendecker. Deshalb kamen zur Vorbereiten drei attraktive Ultrabewerbe innerhalb von 2 Wochen recht gelegen.


Sonntag - 12. August: 1. Ultramarathon von Monschau in der Nordeifel

Während der traditionelle Monschau Landschafts-Marathon durch den Deutsch-Belgischen Naturpark in seine 36. Runde ging, wählten die Veranstalter eine 14 km lange Zusatzrunde im Hohen Venn mit dem höchsten "Berg" der Nordeifel aus, bevor es auf den bekannten und beliebten Rundkurs ging. So kamen für uns Ultras fast 1.000 Höhenmeter auf meist gut zu laufenden Wegen zusammen.

Über 500 Läufer/innen gingen auf die Marathon-Strecke und wenige Minuten später starteten 220 Ultras bei dieser Premiere vor der Morgendämmerung für die 56km Distanz.. Ein tolles Erlebnis war der Sonnenaufgang, das gleisende Gegenlicht und die aufkommende Wärme, denn vorm Start war es nur 9 Grad. Nach der Einführrunde lag Rainer gut im Rennen für eine Top Ten Platzierung.

Aber bei km 44 überliefen ihn bergab überraschend 2 Ultras, wobei einer in seiner seine AK war. Was tun? Wieder aufholen? Der M 55er war der erfolgreiche Ultraläufer Wolfgang Braun. Also Gas geben ! Zum Glück kam bei km 50 ein langer Anstieg entgegen, wo Rainer nahe an sein Limit gut 200 m Vorsprung herauslaufen und bis ins Ziel verteidigen konnte. Zwar überholte ihn noch der beste M 50er, aber es reichte für den 10 Gesamtplatz und AK Sieg mit guten 4:34 Std. für die 56 km. Bei den Damen siegte nur 9 Min. hinter ihm die Topläuferin Marion Braun - W 55 und Wolfgangs Ehefrau.

 

Sonntag - 19. August : 4. Allgäu Panorama Ultratrail rund um Sonthofen

Die Wetterfrösche prophezeiten für diesen Lauftag im Oberallgäu den heißesten Tag des Jahres - und sie irrten nicht ! Weit über 300 Akteure gingen morgens um 6 Uhr auf die sehr anspruchsvolle Strecke mit den 69 km und 3.000 Hm beim Überlaufen von vier Bergketten. Die Ultras nutzten die noch moderaten Temperaturen über die beiden ersten Bergkämme mit Weiherkopf und Riedberghorn bis hinab ins Kleinwalsertal bei Riezlern aus. Rainer lag deutlich unter seiner Zwischenzeit vom letzten Jahr, als er bei der DM mit 8:41 Std. den AK Sieg herauslief.

Dann wurde es brütend heiß beim langen Anstieg zum Söllereck und dem Ablaufen vorbei am Freibergsee ins Oberstdorfer Skisprung-Olympiastadium, das Rainer nach 49 km in 5:35 Std. erreichte. Seine Frau Marlyn war betreuend wieder mehrmals automobil an Versorgungspunkten an der Strecke. Viele Gehpassagen galt es auf einem Wanderweg bis zur Gaisalpe zu überwinden, bevor die sehr schweren Single Trails begannen, erschwert mit Abschnitten gefällter Bäume und abgeschlagener Äste, die es zu überklettern galt.

Sehr Steil in Serpentinen verlief der Pfad mit teils hohen Tritten auf den Sonnenkopf - ab Stadion und 2 Std. harte Arbeit für 10 km mit 800 m Anstieg bei senkender Mittagssonne. Überwiegend schattenlos ging es jetzt auf den letzten 10 km noch die 1.000 Hm bergab. Zuerst über schwierige Pfade, dann über Forstwege ins Ziel am Wellnessbad Wonnemar. Auf diesen letzten Laufabschnitt  konnte Rainer wieder einige Mitläufer überholen. Der Lohn der Mühe war erneut der AK Sieg und 36. Gesamtplatz. Wie letztes Jahr lief nur eine Dame schneller als er - aber diesmal deutlich mit 8:09 Std. ! Es war die Topläuferin Heidrun Besler - wie er in der AK 55 ! Bei den M 50ern kam vor ihm nur der Vorjahres-Gesamtsieger der Deutschen Meisterschaft, Thomas Miksch, mit  genau 7 Std. ins Ziel. Jin Cao, ein chinesischer Lauffreund von Rainer, finishte einige Min. später.

 

Samstag - 25. August:  4. Karwendellauf von Scharnitz nach Pertisau

Der legendäre Karwendelmarsch wurde nun zum 4. Male auch als Karwendellauf ausgetragen - 52 km Wegstrecke mit 2.300 Hm durch den Naturpark Karwendel. Die Route führt auf einem Wander- und MTB Weg von Scharnitz zum Hochsattel am Karwendelhaus (19 km) zu Füßen der Birkkarspitze, dann hinab zum Kl. Ahornboden und hinauf zur Falkenhütte an den schroffen Lalidererwänden. Nach einem Hangweg geht es auf steinigen Pfaden über das Hohljoch steil hinab in die Eng zum Gr. Ahornboden (16 km) und noch steiler hinauf über die Binsalm zum Gramaisattel. Nun nur noch bergab über die Gramai-Alm und das Falzthurn-Tal führt der Weg zum Ziel am Fischergut in Pertisau am Achensee (17 km).

Wie die letzten Jahre waren die Wetteraussichten recht bescheiden, aber es kam viel schlimmer. Dauerregen vom Start bis ins Ziel, dazu die grandiose Bergwelt aussichtslos in Wolken, aber zum Glück keine gefährlichen Gewitter. So hatten die fast 400 Läufer und an die 1000 Marschierer die Chance, nach dem Start morgens um 6 Uhr das Ziel bis 20 Uhr zu erreichen. Rainer  selbst hegte keine großen Ambitionen, da er die Tage zuvor ein hartes Trainingspensum von 11h und 4500 Hm hinter sich hatte.

Schon beim langen Anstieg zum Karwendelhaus spürte er seine schweren Beine und mußte einige längere Gehpausen einlegen. Das kostete wohl die entscheidende Zeit, um später unter 6 Std. ins Ziel einlaufen zu können. Ein Großteil der zwei weiteren schweren Anstiege war eh kaum zum Laufen. Wegen der Sturzgefahr bei Nässe und schmierigen Kalksteinen waren die zwei letzten steilen Abstiege auch recht heikel und vorsichtig abzulaufen. Richtig Tempo machen und viele Leute überholen konnte er auf den letzten leicht abfälligen 10 km auf gutem Untergrund. Mit 6:18 Std. wurde er 77. Finisher und 6 in der AK. Der Sieger Markus Reich brauchte nur 4:40 Std. , die Schlusslichter um die 12 Std.

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