Schefflenzer 'Monsun'-Ultra im Odenwald

Unser Ultraläufer Rainer Leyendecker nahm am 1. Juni am 3. Schefflenzer Ultralauf im Odenwald bei Mosbach teil. Nach später Anfahrt am Freitagabend nach der Arbeit und nur kurzem Schlaf entschloss er sich, nur für die 50-Kilometer-Runde mit 900 Höhenmetern und nicht für die beiden Runden der 100 Kilometer zu starten. Das stellte sich für ihn als weise Entscheidung heraus, denn der Regen prasselte dauerhaft auf die schon vollgesaugte Landschaft. Viel Spaß beim Laufen gab es somit wenig, aber viel Zeit zum Abhärten. Die Strecke verlief meist über Forstwege und kleine Straßen, teils aber auch wegen deren Überflutungen nebenan über die Grasnarben, oftmals Matsch pur, aber zum Glück bei rund 10-12 Grad und kaum Wind.

Nach 1-2 Stunden war es den meisten Läufern egal und sie wichen auch auf den überfluteten Wegen dem dahinströmenden Wasser kaum mehr aus. Ab und an war war es recht schwierig, sich zum zügigen Weiterlaufen zu motivieren, auch weil es schon nach 6 Kilometern für Rainer und andere einen Verlaufer gab, der um die 10 Minuten Zeitverlust bedeutete. Es hieß, ein Hund wäre mit dem Pfosten der Wegmarkierung im Maul davon gelaufen. Erst ab Kilometer 30, als es zum Aufgeben eh zu spät war, forcierte Rainer sein Tempo und überholte einige weitere Mitläufer und verteidigte auf den letzten Kilometern seine Position. Somit wurde er noch Letzter der Top Ten und 2. seiner AK 55 in 4:40 Std.

Um AK-Sieger zu werden, hätte er 3:57 Std. rennen und den Überraschungsieger des 50-Kilomete- Laufes, Hans Kroner, verdrängen müssen. Platz 3 und 4 gingen an eine US-Amerikanerin und die amtierende deutsche 100-Kilometer-Meisterin. Insgesamt kamen über die 50 Kilometer nur 40 Ultras ins Ziel. Über die 100 Kilometer siegte der Topathlet Jürgen Kiebler aus Isny mit grandiosen 8:14 Std., während Rainers Altersgenosse Jürgen Baumann in 9:58 Std. Zweiter von nur 18 Finishern wurde. Wie Rainer waren auch die anderen Finisher froh, sich durchgebissen und den Naturgewalten getrotzt zu haben.

Rainer fuhr abends noch ins Oberallgäu nach Immenstadt, um am Sonntag morgen beim 23. Iller-Marathon zu starten. Da es weiterhin ununterbrochen durchregnete, wurde der Lauf aber morgens früh abgesagt. Wie überall in der Region, waren Seen, Straßen und Wege überflutet und viele Helfer zurecht im Katastropheneinsatz statt bei diesem Laufevent engagiert. Auf der Rückfahrt nach Holzkirchen zeigte sich oft flächendeckend das Ausmaß dieses erneuten Jahrhundert-Hochwassers.

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