RSLC-Triumph beim 100-Kilometer Mozart-Lauf

off. Zielfoto Rainer Mozart 100

Dieser Landschafts-Panoramalauf mit 2.175 Höhenmetern ging am 22. Juni in seine 2. Auflage. Über die Langstrecke mit zwei Runden zwischen Salzburg und Fuschlsee à 45 km und 55 km waren über 150 Ultraläufer/innen gemeldet, darunter viele Topathleten aus Österreich, sowie einige aus Osteuropa und Marokko. Angekündigt war leichter Dauerregen, aber am Samstag zum Start um 5 Uhr auf dem Mozartplatz war es heiter bis wolkig. Und so blieb es auch mit stark zunehmenden Temperaturen bis zum Nachmittag, als endlich der abkühlende Regen einsetzte. Aber da waren die besten Läufer längst im Ziel und geduscht - auch unser für den RSLC gemeldeter Ultra-Senior Rainer Leyendecker.

Vom Start weg lief die Favoritengruppe mit Höchsttempo der Verfolgergruppe mit Rainer davon. Nach dem längsten Anstieg bis Koppl bei Kilometer 15 war Rainer schon 18 Minuten hinter den Führenden, aber auf Rang 13 noch gut im Rennen als Zweiter der AK III (ab 50 Jahren = geb. vor 1963). Im Verlauf der ersten Runde wechselten die Positionen je nach den Vorlieben für den Streckenuntergrund von Straße über Forstweg bis zu schweren Trails (Rainers Stärke). Zurück am Mozartplatz nach 45 Kilometer und 4:06 Stunden, lag Rainer wieder an 13. Stelle - die Zwischenzeiten der Läufer zw. Position 10 und 24 lagen dicht zusammen (4:04 - 4:16 Stunden) und sorgten für viel Spannung.

Während Rainer am erneuten Anstieg nach Koppl seine Schwächephase mit einigen Gehpassagen nahm und sich schon ums Finishen unter 11 Stunden sorgte, kam im hügeligen Gelände mit Trailabschnitten wieder Schwung in seinen Lauf. Er schaffte wieder den Anschluss an vorige Mitläufer und konnte einige gar überholen. Und ab Kilometer 70, als die anspruchsvolle Umrundung des Fuschlsees begann, spürte er ungeahnte Krafte und forcierte sein Tempo, zumal einige Mitfavoriten nun schwächelten. Im Seedorf Fuschl bei Kilometer 75 nach 7:19 Stunden ergab die Splittmessung schon Rang 10 und Rainers Traum vom Zieleinlauf unter 10 Stunden begann.

KM-Schilder gab es alle 5 Kilometer, so dass er das Zeitfenster gut abschätzen konnte. Bei Kilometer 80 kam sein AK-Konkurrent Rudi langsam ins Blickfeld und Rainer steigerte sein Tempo weiter. Er zog an ihm vorbei und lief auch die 22 %-ige Steigung nach Hof hinauf, um den Vorsprung zu erweitern. Bei Kilometer 90 war klar - sub-10 Stunden schien sicher - und dass er den jungen Neuntplatzierten im letzten langen Singletrail auch überholen würde. Mit Euphorie ging es dann in die Salzburger Altstadt und durch die Linzergasse zum Mozartplatz.: Sieger der Senioren und mit 9:49 Stunden Achter in der Gesamtwertung. Bei den Herren gewann mit einer Weltklasseleistung der Ungar Scaba Nemeth in 7:48 Stunden  mit gut 10 Minuten Vorsprung vor den besten Österreichern. Bei den Damen siegte die junge Ultra-Debütantin Nika Cordova aus der Slowakei mit 10:44 Stunden vor einer Irin und der österreichischen Vorjahressiegerin.

Bei der Premiere des Laufes in 2012 erlief Rainer mit 10:24 Stunden als bester Deutscher den vierten Gesamtplatz. Aber bei der Neuauflage mit dem Top-Starterfeld war für ihn dieser 8. Platz viel mehr wert und viel härter und 35 Minuten schneller erkämpft. Bis zur abendlichen Siegerehrung war noch viel Gelegenheit zum Austausch mit Mitläufern. Zielschluss war erst um Mitternacht! Es fanden auch Läufe über 55 und 25 Kilometer statt sowie Staffel- und Nordic-Walking-Bewerbe über die drei Distanzen.

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