8. Pitztaler Gletschermarathon von Imst

Bei Bergmarathons verläuft die Strecke meist vom Start im Tal über Hügel, Berge oder Pässe zum Ziel weit droben in den Bergen - mit Rückfahrtmöglichkeit per Bergbahn - oder wieder runter zum Start. Nicht so bei diesem Lauf in Tirol mit dem internationalen Slogan "from the glacier to the city". Kurz entschlossen am Sonntag, 30. Juni, vor Ort nachgemeldet, ist dies mal was Neues für unseren Dauerläufer Rainer Leyendecker bei seinem 34. Marathon seit 2008.

Morgens um 06.45 Uhr bringen Postbusse in Sonderfahrten die 250 Läufer über die Laufstrecke der nicht gesperrten Talstraße hinauf nach Mandarfen am Ende des Pitztales auf 1.675 m Höhe. Leider haben sich die Gletscher zurückgezogen - hinter den tiefen Wolken bei rund 5 Grad plus und der Dauerregen hört rechtzeitig auf. Um 08.30 Uhr fällt der Startschuss und geht es erst mal bergauf zu einer Schleife um Mittelberg mit der Talstation der Pitzaler Gletscherbahn. Dann verläuft die Route überwiegend bergab. Etwa alle 5 km erwarten die Läufer Wasser- oder Verpflegungsstationen - und bald wird es angenehm warm.

Bis etwa km 18 liegt Rainer noch mit einem Kilometer-Schnitt unter 4:10 Minuten mit einer Fünfer-Gruppe auf 3-Stundenkurs, muss dann aber abreißen lassen und auf etwa 4:30 Minuten reduzieren. Denn bei Kilometer 25 und 29 folgen lange Gegensteigungen, die nach vielem Ablaufen ganz schon in die Beine gehen. "Keine Gnade für die Wade" lautet demnach auch der Spruch auf den Startnummern. Ab dem Dorf Wenns bei Kilometer 31 folgen einige Passagen mit starkem Gefälle. Dort holt Rainer wieder einige Läufer ein. Gut gewappnet für den 2 Kilometer langen Schlussanstieg zum Ziel oben im Sportpark von Imst auf 790 m Höhe, zieht er an weiteren Läufern, die schwer kämpfen müssen, vorbei.

So springt immerhin der 22. Gesamtplatz heraus mit 3:08 Stunden (der Sieger braucht 2:37 Stunden und die Siegerin 3:13 Stunden). Das beschert Rainer den erwarteten Sieg in seiner AK 55, wobei nur drei AK50 Läufer vor ihm finishen, und bei der Siegerehrung einen originellen "Pokal" - eine Holzschnitzarbeit auf einem Berggeröll. Im Angebot waren auch Marathon-Viererstaffeln, Halbmarathon und ein 11 km Run&Fun Lauf.

Nach diesem Ausflug unter die, aus Sicht von Rainer, "Bergsprinter" plant er wieder längere Läufe im Ultrabereich abseits von Straßen. Dort muss man nicht so lange nahe am Leistungslimit laufen, sondern kann es gemütlicher angehen lassen und darf bei weitblickender Einteilung der Kräfte viel länger durchhalten.

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