Dreiländermarathon oder Marathon der 3 Länder am Bodensee

Der Marathon der 3 Länder am Bodensee ist ein jeweils Anfang Oktober ausgetragener Marathon, der von der Bodensee-Insel vor Lindau nach Bregenz führt und heuer am 04.10. stattfand. Die Strecke berührt dabei alle drei an den Bodensee angrenzenden Länder, Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Start ist in Lindau am Hafen, man läuft nach Bregenz, wo es durch die Seebühne geht und dann durch viele kleine Gemeinden am Bodensee.

Die Schweiz wird mit der Stadt St. Margrethen tangiert.
Das Ziel ist schließlich das Casino-Stadion in Bregenz.

Was kann denn der Sportler da alles unternehmen? Nun, neben dem Marathonlauf, der zugleich als Meisterschaft der Bayern, Österreicher und Vorarlberger ausgeschrieben ist, ist ein Rennen über Halb- und Viertelmarathon möglich.

Ein Staffelbewerb über die klassische Distanz und ein Walkingbewerb beschließen die Aktionen am Sonntag.
Ca. 5.000 Sportler laufen in den Disziplinen Viertel-, Halb- und Marathon.

Bereits am Samstag, den 03.10.2015 reisen Petra & Karl-Heinz sowie Willi, Silke, Vroni, Anja und Thomas und auch Luggi mit den Pkws an. Wir starten mit zwei Autos in der Nähe vom HEP Holzkirchen, verlieren uns aber unterwegs aus den Augen.

Endlich in Lindau staufrei angekommen, müssen wir feststellen, die Küstenstraße (Küste? ... schließlich handelt es sich beim Bodensee um das „Schwäbische Meer“ – falls nicht bekannt) zwischen Lindau und Bregenz ist völlig überlastet, wäre besser gewesen, wenn wir durch den Pfändertunnel gefahren wären.
Schließlich erreichen wir den Parkplatz am Stadion und von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Festspielhaus.

Wir steuern direkt unser erstes Ziel an, das Festspielhaus in Bregenz. Dort befinden sich die Startnummernausgabe sowie eine kleine Marathonmesse, wo die neuesten Trends präsentiert werden. Dort treffen wir uns alle wieder - auch Luggi kommt noch nach.

Wir haben einen schönen sonnigen Nachmittag, die Vorträge die im Festspielhaus angeboten werden, verpassen wir leider. Interessiert hätte uns „Laufen mit 40+“… und eigentlich noch ein paar andere…. Na dann eben ein andermal, vielleicht gibt’s dann den Update-Vortrag „Laufen mit 50+“…Smiley

Die Nudelparty findet in zwei Räumen innerhalb des Festspielhauses statt. Wir, mit Ausnahme von Thomas und Luggi, verlassen die Festspielhalle und marschieren raus auf die Seebühne, wo wir in Ruhe in der Sonne oben auf der Tribüne unsere Nudeln genießen, die übrigens sehr würzig und lecker sind. Es gab zwei Varianten mit oder ohne Fleisch.

Willi teilt großzügig seine Extra-Portion Nudeln mit uns. Er selbst wird leider nicht laufen können, da er gesundheitlich angeschlagen ist.

Anschließend stöbern wir noch etwas durch die kleine Marathonmesse.

Der eine oder andere sichert sich noch ein Schnäppchen z. B. ein „Start-Nummernschild-Band“ Smiley oder das eine oder andere Utensil…

Nun geht die Sonne endgültig unter und ein schöner, sonniger Tag geht leider sehr schnell
zu Ende.

Luggi und Willi haben sich netterweise, um das Quartier zur Übernachtung gekümmert. Wir übernachten also in Tettnang. Das liegt etwas ab vom Schuss. Und wir kaufen an dem Abend, andere erst am Morgen ein „Pickerl“, um am Wettkampftag ohne Stau und damit einigermaßen planbar nach Bregenz fahren zu können.
Zunächst essen wir an dem Abend noch eine Kleinigkeit. Petra und Karl-Heinz suchen noch eine gefühlte Ewigkeit nach einem Parkplatz. Schließlich stellen wir das Auto im Parkhaus des Quartiers ab (als wir erfahren haben wo die Wohnungen eigentlich sind), stoßen dann endlich zu den anderen, die schon im Restaurant auf uns warten.

Zum Glück habe ich – nach einer leckeren Kürbissuppe - noch ein Bier getrunken und war müde genug, um trotz massivem Lärm im Quartier schlafen zu können. Willi hat auch gut geschlafen, die anderen waren von irgendeiner wilden Party im Haus mehrfach geweckt worden.

Am Wettkampftag fahren wir wieder nach Bregenz. Es ist ein graußliges Wetter, es regnet in Strömen und es geht ein böiger, kalter Wind.

Luggi hat in Bregenz einen kostenlosen Parkplatz empfohlen, dort stellen wir unsere Fahrzeuge ab. Wir sind noch zeitig im Hafengelände, jedoch ist das erste Schiff schon überfüllt.

Wir nehmen (wo sind Luggi und Thomas?) alle das nächste Schiff. Nach einem Weilchen stellen wir fest, wir sind ja doch alle an Bord. Der Bodensee hat etwas Seegang, seekrank wurde zum Glück niemand.
Die Überfahrt nach Lindau, zum Start, dauert ca. 30min.

Am Hafengelände in Lindau angekommen, wo schon Radio Vorarlberg lautstark mit Musik die Sportler und Angehörigen anheizt, begeben wir uns direkt zum Bahnhof, wo Franziska und Wilfried schon treuherzig auf uns warten.

Sie sind in aller „Herrgottsfrühe“ aufgestanden und mit dem Zug direkt nach Lindau gefahren. Franziska, um am Lauf teilzunehmen; Wilfried mit dem Fahrrad, um Fotos zu machen und die Läufer tatkräftig zu unterstützen.

Die Kleider-Lkws stehen auf dem Reichsplatz und Brettermarkt, Platzangst darf man da beim Zugang nicht haben. Umkleiden ist auf einem eigens dafür vorgesehenen Schiff möglich, Getränke werden noch  ausgeschenkt und am Info-Point werden noch die letzten Fragen gelöst. Überall wimmelt es von vielen Leuten und Läufern.

Man kann versuchen, sich irgendwo unterzustellen, falls man noch einen Stehplatz z.B. unter einem Sonnenschirm (jetzt eher als Regenschirm zu bezeichnen) bekommt.
Der Platz füllt sich nun sehr schnell, man hat nur noch wenig Platz um sich herum.
Nun verlieren wir unsere Laufkollegen, da sie in unterschiedliche Startblöcke gehen.
Franziska und Vroni stellen sich dem Viertel-Marathon und gehen glücklich gemeinsam durchs Ziel:
Silke, Anja und Thomas stellen sich dem Halbmarathon und laufen erfolgreich durch Ziel:

Luggi läuft auch seinen ersten Marathon, hat aber schon einen Karwendellauf erfolgreich hingelegt, daher flutscht er völlig tiefenentspannt mit einer super Zeit durchs Ziel:

Unser erster Marathon (Petra & Karl-Heinz):

Wir geben unsere Kleider ab und stellen uns in den Regen in unseren Startblock (Startblock 4). Hüpfen so gut es geht in der großen Menge umeinander, um bei dem starken Wind und immer kälteren Regen nicht noch mehr zu frieren. Leider haben wir keine Plastiktüten zum drüberziehen mehr bekommen und die Kleidung und Schuhe werden immer feuchter.
[Ergebnis nach dem Lauf: Bei K-H nochmal eine zusätzliche Blue-Tooth-Schnittstelle (noch
ein blauer Zeh) – wofür das denn?].
Es gibt sechs Startblöcke, wobei die Meisterschaftsteilnehmer in den ersten dürfen.

Wer sich einem Pacemaker anschließen will, auch da ist gesorgt. Zeiten von 3:30, 3:45 und 3.55 und 4:00 und netterweise auch eine sehr engagierte Pacemakerin mit 4:30 Stunden werden bedient.

„Spiel mir das Lied vom Regen…“

Petra und ich sind sichtlich erstaunt, als die Pacemaker in den ersten Startblock huschen. Wir haben uns ganz defensiv und brav für 4:30 Stunden Laufzeit angemeldet, daher Startblock 4 bekommen…

Die Startzeit, 11.10 Uhr. Nach dem langen Grußwort des Oberbürgermeisters von Lindau,
und dem Herunterzählen der letzten Sekunden, werden wir mit einem Plopp aus einer
sogenannten „Kröte“ gestartet und nach gefühlten tiefgekühlten ca. 30min in der Kälte,
endlich auf die Strecke gelassen…

Wegen des starken Regens würde eine Startpistole nicht funktionieren.

Nach und nach startet ein Startblock nach dem andern, Petra und ich sind erst der vierte Block, von Pacemakern ist schon lange nichts mehr zu sehen.

Bahnhofsplatz und Zeppelinstraße sind die ersten Anlaufziele auf der Insel. Der Diebs- oder Malefizturm (1370 erbaut) zieht unsere ersten Blicke an. Die finsteren Gesellen wurden hier früher eingesperrt.
Nach fünf, sechs Minuten Rennerei mit unzähligen Überholmanövern – ups da ist ja plötzlich eine Verkehrsinsel „wer hat die hier liegen lassen!“, verlassen wir die historische Altstadt auf der Seebrücke.
Am folgenden Kreisverkehr lese ich „Isle of Running“. Rund 5000 Sportler sind vor, neben oder hinter mir (Gott sei Dank nicht über mich hinweggetrampelt).

Unser Kurs verläuft zwischen der Eisenbahnlinie und dem Bodenseeufer an der sogenannten Pipeline. Hin und wieder kommt ein Zug herangefahren. Die Grenze zu Österreich überschreiten wir etwa bei Kilometer 5,5. Lochau mit etwa 5720 Einwohnern ist die erste österreichische Gemeinde. Der Radweg ist breit genug, für Überholmanöver ist genug Platz. Immer sehe ich Zuschauernester, die uns begeistert trotz starkem Regen und kaltem Wind anfeuern, danke all den Leuten.

Bregenz, Kilometer neun: Brigantinum(eine römische Zivilstadt mit Forum, Tempelbezirk, Markthallen, Basilika usw.) nannte der Römer diese Stadt, die heute rund 28000 Einwohner hat. Neben der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist auch der Tourismus ein wichtiges Standbein. Meine Renngestaltung scheint zu passen. Ich fühle mich gut und kann immer wieder den einen oder anderen überholen. Bei Kilometer zehn erhalten wir nicht nur Verpflegung, sondern auch eine
musikalische Gabe für die Ohren.

Kurz danach das erste Highlight: Die Seebühne, die rund 7.000 Zuschauern Platz bietet. Für eine Oper „André Chénier“ von Umberto Giordano oder „Turandot“ Giacomo Puccini haben wir gerade leider keine Zeit - sind gerade mit unserem Marathon-Debüt beschäftigt…

…die Seebühne so schnell, wie wir die Seebühne betreten, so schnell sind wir wieder draußen. Aber ein Genuss ist das tatsächlich, da auch Leute dort sind, die ein begeistert und lautstark anfeuern. Inzwischen hat der Regen nachgelassen und zaghaft krümeln sich erste Sonnenstrahlen durch die Wolken… und frieren müssen wir nun auch nicht mehr.

Weiter führt uns die Strecke am Strandweg hinter dem Casino-Stadion vorbei, wo schon die ersten Viertelmarathonis angekündigt werden. Kurz nach Kilometerschild elf biegen diese links ab. Für das Gros der Halben und Marthonis heißt es „geradeaus weiter“. Die nächsten zwei, drei Kilometer führen uns durch ein Naturschutzgebiet. „Neu Amerika“ wird das Gelände an der Mündung der Bregenzer Ach in den Bodensee genannt. Endlich habe ich den Pacemaker 3:55 Stunden eingeholt, hier begleitet mich Wilfried filmend auf seinem Fahrrad, dabei muss er höllisch aufpassen, dass er nicht gegen einen Baum fährt, oder einen
Läufer anfährt oder noch schlimmer, vom Weg abkommt, sehr riskant das Ganze. Ich entschließe mich auf seine Seite zu wechseln und dem Pulk um den Pacemaker nach vorne zu entfliehen. Da ist aber auch Wilfried plötzlich weg, hoffentlich ist ihm nichts passiert?! (hab' mir ehrlich Sorgen gemacht, bis ich Ihn viele Kilometer später glücklicherweise unbeschadet wiedersehen durfte)

Wir überqueren die Bregenzer Ach und in dem folgenden Waldstück trennen sich die Läufer. Die Halben links, wir rechts. Kilometerschild 15 folgt nach wenigen Metern. Bei Kilometer 16 werden die fehlenden Meter auf einem kurzen Wendepunktstück mit Flatterbändern getrennt (etwa 200 Meter lang) eingefügt.

Hard: Die erste Ortschaft, die bereits im 13. Jahrhundert urkundlich genannt wurde, zählt heute rund 12000 Einwohner. Wir belaufen die Hafenstraße und später die Uferstraße. Der Bodensee ist meist zu sehen. Belebt ist nach Kilometer 17 die Wechselstelle der Staffeln. In den Wohngegenden stehen immer wieder Zuschauer an der Strecke beobachten und sparen nicht mit Applaus. Es ist wirklich sehr kurzweilig, da sich die Umgebung laufend ändert.

Meine Kondition reicht, um mit einem Schweizer, der neben mir läuft, verbal Kontakt zu knüpfen, er ist gut drauf und wünscht sich wie ich eine Zielzeit 3:59:59, da sind wir heute erst mal ganz optimistisch Smiley
Kurz vor Kilometer 20 überqueren wir den Rhein. Die Brücke ist für den Autoverkehr komplett gesperrt. In Fußach, der nächsten Ortschaft ist Halbzeit. An der Uhr der Pfarrkirche des Hl. Nikolaus rechne ich mir meine Halbmarathonzeit aus. Etwa 1:55 Stunden, das ist eine gute Ausgangslage für eine gute Zeit, für mich, zumal ich gerade noch deutlich mehr Läufer überhole, als Läufer von hinten kommen. Hoffe die Überholenden
sind Staffeln, die frische Kräfte im Einsatz haben.

Fußach zählt heute 3780 Einwohner. Im 11. Jahrhundert war der Ort einer der wichtigsten Umschlagplätze für Waren in der Region. Fuhrleute und Schiffsleute hatten ihr Auskommen bei den verschiedenen Grafen und Klöstern. Ein berühmter Gast in der Vergangenheit war Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, der auf dem Rückweg seiner ersten Italienreise hier 1788 nächtigte. Der war ein richtiger Weltbürger.

Das Sprichwort „Reisen bildet“ traf nicht nur für Goethe zu, sondern auch für uns, denn unsere Reise führt mit Kilometer 24 nach Höchst, für uns der vorerst letzte österreichische Ort, mit 7775 Einwohnern. Durch die spezielle Lage und der Nähe reguliert der Bodensee das Klima und wirkt ausgleichend. Apropos Klima: Die Sonne scheint endlich durch die Wolken und wird immer kräftiger.

Kilometer 25: Kurz zuvor überqueren wir den Alten Rhein. Der bildet die Grenze zur Schweiz. Der Übergang ist für den Verkehr geschlossen, die Zöllner haben sich verzogen.

St. Margrethen, auch das östliche Tor der Schweiz genannt, zählt heute knapp 5730 Einwohner. Nur wer
sich gut auskennt, findet das Schloss Weinberg in der netten Hügelkulisse:

Kurz nach dem Grenzübergang laufen uns zwei Einheimische mit Trockenobst nach und reichen die Sachen zu.

Laufen quasi parallel mit, um einem die Trockenfrüchte problemlos – ohne Geschwindigkeitsverlust – zur Verfügung zu stellen – eine ausgesprochen nette Geste! – und bestimmt auch anstrengend – ich bin einfach „baff“.

In der Parkstraße herrscht Volksfeststimmung mit Musik. Mehrere junge Mädchen schlagen synchron ein Rad vor den Läufern… Die Staffeln bringen wieder neue Leute ins Rennen. Ein Wahnsinn, wie schnell die „Frischlinge“ sind, man glaubt man würde stehen, dabei bin ich nur etwas langsamer geworden - immer noch gut im Rennen.

Unser Kurs führt nun in das Einkaufszentrum Rheinpark, wo wir auf einer engen Runde Höhe gewinnen. Ab Kilometer 27 begleitet ein Kiesweg, der gerade in Bau ist den Rheindamm, dadurch ist man Wind geschützt. Hier passierts, der Pacemaker 3:55 Stunden übertritt auf dem Steinigen Gelände und muss aussetzen. Bei km 21 hatte er noch gesagt: „Schade, gleich ist der Lauf schon vorbei, wo’s doch so schön ist.“ Er hatte einen seltsamen Laufstiel 10km schneller und 10km etwas langsamer.

Diese paar hundert Meter Wegpassage, „notteln“ auch in meinem Knie, da ist plötzlich der Schweizer Laufkollege, hat auch den Pacemaker verloren, den er allerdings von Anfang an begleitet hat und wir beschließen gemeinsam zu laufen.

Bei Kilometer 28 überlaufen wir abermals den Alten Rhein und sind dann nach wenigen Metern wieder in Austria. Hier (noch auf dem Schweizer Ufer) wird mein Schweizer Laufkollege von seinem Fan-Club überrascht, an einer Barriere ist ein riesiges Plakat von Ihm aufgehängt worden mit Glückwünschen aller Art. Dann kriegt er noch ein Getränk gereicht, seine Leute halten noch Schwätzchen mit Ihm, da laufe ich sicherheitshalber einfach weiter, um nicht jetzt schon langsamer zu werden.

Das nächste Stück entlang des Hochwasserdeiches am linken Rheinufer ist eintönig und schon fast ein Willensbrecher, der Wind hat zum Glück nachgelassen, jetzt wird’s aber in der Sonne zunehmend warm. Da steht ein Schild: „lächle, denn Du hast dafür bezahlt!“

Leider muss ich jetzt auch mal die Toilette aufsuchen, nachdem die letzten 5km alle Dixis belegt waren…
Nun ist der Schweizer Kollege wieder an mir vorbeigelaufen, auch der 4:00 Stunden Pacemaker – oh je, auch noch der angeschlagene 3:55 Pacemaker, was nun… Laufen!

Wir überqueren abermals den Rhein und sehen das Ende des Marathonfeldes. Ha, immerhin haben wir mehr als zwölf Kilometer schon mehr auf dem Kilometerzähler. Oh mein Schweizer Laufkollege – ich darf ihn hinter mir lassen… Da taucht an einer Versorgungsstelle Wilfried wieder auf… Wilfried folgt mir mit dem Fahrrad – die
mitgeführte Glocke, versuche ich (da sie ja nur zufällig schlägt) als Motivation zum Laufen zu interpretieren. Jetzt wollen die Muskeln nicht mehr meinen Befehlen gehorchen – ich nehme einen möglichst lockeren Laufstiel ein – da ich bei meinen Übungsläufen ab km 29 immer mit Krämpfen zu kämpfen hatte. Wow – nur noch zehn. Die nächsten Kilometer führen wieder durch das Wohngebiet von Hard.

Wilfried als treuer Begleiter an meiner Seite – motiviert mich unermüdlich – das rührt einen ungemein Smiley.
Kurz nach Kilometer 37 überquere ich die Bregenzer Ach. Mittlerweile kann ich den einen oder anderen einsammeln. Da läuft einer an mir mehrfach vorbei und voraus und dann hole ich ihn ein, als er geht – irgendwann überholt er mich nicht mehr.

Das Feld hat sich jetzt gehörig auseinandergezogen. Überholt werde ich auf den letzten Kilometern dann doch noch öfters...

Kilometer 40: Kurz vorher biegt der mit dem auffälligen Trikot nochmals von unserm Kurs ab, Nochmals Boxenstopp? Zum Glück nicht für mich!

Plötzlich ist der Moderator vom Casino-Stadion zu hören. Kilometer 41, der Typ mit dem auffälligen Trikot gibt nun Vollgas und verschwindet nach vorne. Hier wird Wilfried von den Ordnern gezwungen, vom Fahrrad abzusteigen.

An den Besucherparkplätzen – rechts steht unser hübsches Auto, das sich die ganze Zeit gelangweilt hat - ziehe ich nun einen Endspurt an, der zumindest ein kleiner Schritt schneller ist als bisher. Wir rennen um das Stadion herum und laufen dann hinein.

Viele Zuschauer und Finisher stehen am Rand und klatschen. Da ist der RSLC – mein Team – feuert mich an – da muss man auf den 200 Meter der Tartanbahn alles geben, dann laufe ich unter dem Zielbanner mit Vollgas durch.

Danach halte ich mich an einer Absperrung kurz fest und kann's kaum fassen, die anstrengenden 12 Wochen Vorbereitung haben sich echt gelohnt. Anja macht sogar sehr nette Fotos von mir, netter Weise erst nachdem ich kurz durchgeschnauft habe.

Petra hat Ihre Pacemakerin für 4:30 Stunden eingeholt gehabt und ist dann die größte Distanz mit ihr gelaufen. Die Pacemakerin hat, alle bei einander gehalten, immer wieder jemand anderen im Windschatten laufen lassen, die Geschwindigkeit so gehalten, das auch ausreichend Zeit zum Trinken blieb. Eine vorbildliche Führungskraft, die auch immer wieder motivierende Worte für die Läufer hatte. Petra kommt dann mit einer Zeit von 4:27:01 Stunden zusammen mit der Pacemakerin ins Ziel. Super, auch für Petra hat sich die
Vorbereitung gelohnt.

Wir werden von unseren Laufkollegen herzlich willkommen geheißen und herzlich gelobt…

Nun sind wir „Helden für einen Tag“:

Hinten links:              Luggi,       Silke,         Anja         Hinten rechts: Petra,   Karl-Heinz, Thomas

                                                        Mitte: Vroni, Franziska

                                                                                    Vorn: Willi

Mit besonderem Dank an Wilfried, der auch diese Bild gemacht hat und der Rückhalt im
Hintergrund war! Smiley… und an alle unseren begeisterten Teilnehmer…

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende:
Nach diesem Sonntag erscheinen wir bereits am Dienstag in der Laufgruppe und werden
von vielen anderen Laufkollegen gelobt. Auch noch eine Woche später als wir beim
Marktlauf aushelfen – mei was ist unser Verein doch ein nettes Völkchen Smiley – da muss man
sich ja wohlfühlen.
Smiley Herzlichen Dank Allen Smiley
Karl-Heinz Hirsch
Quellenangaben:
Textpassagen, da er die genauere Ortskenntnis hat, da er hier wohl schon öfter gelaufen ist,
habe ich Anton Lautner einem enthusiastischen Läufer entliehen.
Weitere Info’s sind aus Wikipedia gemopst…
Bilder von Wilfried und anderen sind auch nur geklaut…
Bilder vom Internetauftritt des Veranstalters habe ich einem guten Zweck zugeführt Smiley
>>Plagiatsvorwürfe jeder Art nehme ich gerne entgegen – gelaufen, gelaufen und g-elaufen
(nicht gegangen) bin ich aber wirklich selber

 

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