Rainer Leyendecker ist fünftbester „Österreicher“ im Österreichischen Ultralauf Cup 2011

Der Österreichische Ultralauf Cup besteht aus 4 bis 5 über das Jahr verteilte Veranstaltungen mit 6 bis 7 Ultradistanzen zur Auswahl und fand heuer zum 5. Male statt. Rainer Leyendecker vom RSLC Holzkirchen nahm natürlich daran teil. Erstmals wurden die österreichischen Ultra-Sieger nicht bei einem einzigen Lauf ermittelt, sondern in dieser Cup-Wertung, was viel repräsentativer und fairer ist. Letztes Jahr war es der Grieskirchner 12-Stundenlauf, bei dem Rainer Leyendecker in der Gesamtwertung Zweiter geworden war.

Die erlaufenen Kilometer der Bewerbe in Wals (6 Stunden), Vogau (6 oder 12 Stunden), Grieskirchen (6 oder 12 Stunden), Schwechat (6 Stunden) und die Zeiten beim 100-Kilometer Lauf in Steyr wurden in Punkte umgerechnet. Aus der Addition der besten drei Ergebnisse errechnete sich die Gesamtplatzierung. Darin ist Rainer Fünfter insgesamt und Sieger der Seniorenklasse ab 50 Jahren aufwärts, darunter gab es nur die Herren-Klasse bis 49 Jahre.

Wie konnte es dazu kommen? Auch dieses Jahr lief Rainer Mitte Juni beim Grieskirchner 12-Stunden Benefizlauf mit und finishte mit tollen 131,64 Kilometern wieder als Zweiter gesamt. Mit dieser Leistung ist er in 2011 bisher immer noch drittbester Deutscher und liegt in der Weltjahresbestenliste insgesamt auf Platz 28! 

Da er nicht wusste, ob er bei der 100-Kilometer-Weltmeisterschaft am 10. September 2011 in Winschoten / Niederlande gut durchkäme, buchte er auch diese 100 Kilometer von Steyr, nur eine Woche nach der WM. Trotz seines WM-Sieg in seiner AK 55 mit guten 8:31 Stunden wollte er in Steyr noch schneller laufen. Dort lag er auch super im Rennen, schwächelte aber in der 2. Halbzeit und fiel vom 3. Platz zurück. Dennoch wurde er noch 7. gesamt, Bester in seiner AK und brauchte nur 13 Minuten länger als bei der Weltmeisterschaft. 

In Steyr kam Rainer ins Gespräch mit dem ÖLV-Ultralauf-Referenten Reinhold Straßer, der ihm versicherte, auch Ausländer können um die Cup-Wertung mitlaufen, nur halt nicht um die Österreichischen Ultrameisterschaften. So reifte seine Idee, am 8. Oktober zum Finale des Cups in Schwechat bei Wien über 6 Stunden an den Start zu gehen. Bei recht kaltem und stürmischem Wetter (in den Bergen fiel viel Schnee) lief es ähnlich wie bei den 100 Kilometern. Nach seiner ultralangen Saison büßte er in der 2. Halbzeit viel ein und wurde bis zum Ende vom 4. auf den 13. Platz durch gereicht. Aber seine mageren 69,67 Kilometer reichten gerade aus, um seine beiden österreichischen Mitläufer um den Senioren-Cuptitel, Ludwig Wolf und Leopold Eigner, auf die Plätze zu verweisen. 

Um auf Platz 4 gesamt vorzulaufen, hätte er nur 2,75 Kilometer mehr packen müssen. Das Potential war da, denn in 4 von 5 seiner bisherigen 6-Stunden-Läufe schaffte er zwischen 75 und 77 Kilometern. So ließ er Walter Wakonig (Jahrgang 1971) den Vortritt und dachte, Fünfter ist besser als „undankbarer“ Vierter. Die österreichische Cup-Meisterschaft machten drei Topläufer unter sich aus: Es siegte Rainer Predl (1990) vor David Lilek (1985) und Gerhard Kobler (1965). Bei den Damen gewann die Cup-Meisterschaft Karin Ruß vor Pauline Moshammer und Alexandra Heiml.

Das absolute Highlight des Tages war die Ausnahmeleistung des Siegers Rainer Predl: Fast wie ein Uhrwerk spulte er seine Runden zu 1,331 Kilometer ab und wurde auch im letzten Drittel kaum langsamer. So reichte es ganz knapp zu einer neuen Weltjahrsbestleistung über 6 Stunden mit 85,517 Kilometern – genau 5 Meter mehr, als der bisher diese Liste anführende Belgier Pieter Vermeesch im März in Stein / Niederlande erreichte. Und natürlich war dies ein neuer österreichischer Fabelrekord. 

Recht festlich in der geheizten Veranstaltungshalle Multiversum in Schwechat bei Wien gestaltete sich mit Speis und Trank die lange abendliche Siegerehrung für dieses Finale, den Ultra-Cup und die Österreichischen Cup Meister und Meisterinnen. So stand auch Rainer Leyendecker bei der Senioren-Cupwertung ganz oben auf dem Podest und bekam Pokal, Medaille und Geschenke überreicht. Für 2012 wird erneut eine Ultralauf Cup-Serie aufgelegt. Die österreichischen Ultrameisterschaften werden aber wieder als Einzelbewerb ausgetragen: im Juli beim 24-Stunden-Lauf von Irdning.

News