Die Natur macht keine Sprünge

AristotelesSchon Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) wusste: Die Natur macht keine Sprünge. Daher sollte gerade am Anfang oder auch beim Wiedereinstieg sanft und mit Bedacht der Umfang und die Geschwindigkeit gesteigert werden.

Oft gibt der Jahreswechsel den notwendigen Anstoß; meist sind es aber die wiederkehrenden Sonnenstrahlen des sich einstellenden Frühlings, die uns motivieren, dem stetig steigenden Bewegungsdrang nachzugeben. Aus diesem Grund kann man oft einen zugvogelähnlichen Zyklus in unserer Umgebung wahrnehmen: Zu diesen besagten Zeitpunkten nimmt die Zahl der Sporttreibenden spürbar zu. Und hier ist es wichtig, den geeigneten Einstieg oder Wiedereinstieg in das zukünftige Läuferleben mit Bedacht zu wählen. Entscheidend ist hier, wie fast immer im Leben, die Nachhaltigkeit. Glücklicherweise zeigt die aktuelle Forschung, dass jede Minute Bewegung gleichbedeutend mit einer Einzahlung auf unser Lebenskonto ist. Neuste Studien belegen sogar, dass die Gene nicht eine zementierte Beigabe unserer Erzeuger ist: vielmehr lassen sich die Gene - ähnlich wie bei der Metamorphose einer Raupe zu einem Schmetterling - durch die von uns gewählte Lebensgestaltung beeinflussen. In einem Versuch hat die Physiologin Juleen Zierath eine Gruppe von vierzehn unsportlichen Jugendlichen auf Ergometern körperliche Betätigung ausgesetzt. Schon diese geringe Dosis Sport veränderte das Erbgut in den Muskeln. Somit zeigt diese revolutionäre Studie eindrucksvoll, dass weder Bauch noch Bewegungslegasthenie angeboren sind. Abhilfe schafft ein Vertrag mit sich selbst. Es sind keine radikalen Änderungen gefordert, vielmehr führt eher die langfristige und sanfte Änderung zum Erfolg.

Aus diesem Grund sollte auch die Trainingsgestaltung gerade am Anfang der Saison nicht nahtlos an der Form am letztjährigen Saisonende anknüpfen. Eine regelmäßige Bewegung sollte am Beginn stehen, um so einer physischen aber auch psychologischen Überlastung entgegenzuwirken. In den ersten drei Wochen sollte aus diesem Grund zwei- bis dreimal die Woche in einem mäßigen Tempo für rund 40 Minuten gelaufen werden. Alle zwei bis drei Kilometer sollten in dieser Phase Gehpausen eingelegt werden. Diese Methode empfiehlt Jeff Galloway, einer der bekanntesten Marathon-Experten Amerikas, um die Übersäuerung und die damit verbundenen muskulären Problem zu vermeiden. Diese besondere Form des Intervalltrainings schafft gerade in den ersten Wochen der Saison ein schnelles aber auch intelligentes Heranführen an die letztjährige Form als Basis für die nachhaltige Motivation bei der Durchführung des Lauftrainings.

Der RSLC hat nun wieder sowohl für den Radsport als auch für den Laufsport auf das Sommertraining umgestellt. Damit bieten wir an Dienstagen diesen Einstieg und den Aufbau der Grundlagenausdauer im Rahmen des gemeinsamen Lauferlebnisses. An den Freitagen werden dann auch Fahrtenspiele, Orientierungsläufe und andere Trainingsmethoden angeboten, um einer eher einseitigen, monotonen und auch langweiligen Belastung vorzubeugen.

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